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LRS

Seit ungefähr sechs Jahren finden an unserer Schule gezielt LRS-Förderkurse statt.

Mit LRS (Lese-Rechtscheib-Schwäche) oder Legasthenie bezeichnet man eine Leistungsstörung, die sich als eine spezielle aus dem Rahmen der übrigen Leistungen fallende Schwäche beim Erlernen des Lesens und indirekt auch des selbstständigen fehlerfreien Schreibens bei ansonsten normaler Intelligenz zeigt.

Diese Schwäche ist bei den betroffenen Kindern unterschiedlich stark ausgeprägt – bei Jungen stärker als bei Mädchen -  und ist nur schwer zu diagnostizieren, da viele andere Faktoren ihrerseits ein Lese- Schreib-Problem hervorrufen bzw. verstärken können. Nicht jede Leseschwäche ist Legasthenie.

Die LRS umfasst optische und akustische Schwächen
- in der Wahrnehmung                                                           
- in der Differenzierung                                                                                 
- in der Gliederung
- im Behalten

verbunden mit Konzentrations- und Deutungsschwäche                                                                                                                                           

In speziellen Stunden wird versucht, den Kindern das Selbstwertgefühl wiederzugeben oder zu stärken, die Lust am Lernen neu zu wecken und Strategien an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Schwierigkeiten zwar nicht völlig überwinden, so doch zumindest erheblich verringern können. Der Unterricht findet teilweise klassen- und jahrgangsübergreifend statt, d.h. SchülerInnnen aus dem 2./3./4. Schuljahr werden gemeinsam, dennoch individuell mit Lernplänen gefördert. Zusammen mit den wenigen Kindern, die getestet und offiziell als Legastheniker „anerkannt“ sind, werden an unserer Schule viele Kinder unterstützt, die auffällige Probleme beim Lesen und noch mehr beim Schreiben haben.

Das angewandte Konzept richtet sich im Kern nach der Freiburger Rechtschreibschule (FRESCH), das wiederum auf Heike Buschmanns Veröffentlichungen basiert. Es handelt sich um eine „dynamisch- integrative Lese-Rechtschreib-Förderung“. Die wesentliche Strategie besteht darin, ein Wort rhythmisch in Silben zu gliedern und auf die Koordination von Bewegungsabläufen und Sprech-Schreib-Bewegungen zu achten. Sprechen und Schreiben müssen synchron ablaufen.  Die Silben werden auf unterschiedliche Weise ins Bewusstsein gehoben und gezählt, durch Seitschritte im Kreis, durch Hüpfen, Klatschen, mit Orff- Instrumenten, durch Schwingen in der Luft und Silbenbögen auf dem Papier… . Beim Notieren wird das Wort in Silben laut mitgesprochen, sodann werden die Silbenbögen gezogen und schließlich die Buchstaben silbenmäßig eingetragen. Diese Methode wird bis zur Verinnerlichung geübt.

Das Wortmaterial steigert sich im Schwierigkeitsgrad, die zu trainierenden Wörter sind eingeteilt

in Wörter   – zum Mitsprechen (ziemlich lautgetreu),
                       – zum Nachdenken ( Korb-Körbe),
                       – zum Merken ( mit ß, aa, v, …),

wobei der Anteil der einfacheren lauttreuen Wörter 50% ausmacht. Das FRESCH-Konzept arbeitet viel mit Unsinnswörtern (mulisimo) und langen Schlangenwörtern (Regenwassertonne).

Zusätzlich werden die Fibeln und Arbeitsblätter vom Lesewerk: „ABC der Tiere“ aus dem Mildenberger Verlag eingesetzt, welche zweifarbig gedruckt sind und ebenso das Silbenprinzip beim Lesen und Schreiben anwenden, außerdem die Wörterlisten der „Mannheimer Leseschule“ und anderes geeignetes Material der Verlage.

Einen weiteren Schwerpunkt der Förderstunden bilden Konzentrationsübungen und Wahrnehmungsschulung.

Natürlich ist man bemüht einer Lese-Rechtschreib-Schwäche bereits im Vorfeld, d.h. im 1. Schuljahr, durch geeignete Methoden und Materialien, in Anlehnung an das FRESH Konzept, entgegenzuwirken. Die LRS- Problematik beeinflusst natürlich auch die Auswahl des Erstlesewerkes.